Lebenshilfe begleitet und berät Autisten

Freitag, 20.12.2019

Was brauchen Menschen mit Autismus und ihre Angehörigen? Diese und weitere Fragen werden im Autismus-Kompetenzzentrum der Lebenshilfe in Leibnitz geklärt. Im Rahmen von „Licht ins Dunkel“ gibt es Einblick in seine Arbeit.

Die Lebenshilfe Leibnitz verfügt über eine Besonderheit: ein Autismus-Kompetenzzentrum. Dort können sich Eltern austauschen, vernetzen oder bekommen Hilfestellungen etwa bei Behördengängen, erklärt Susanne Radl vom Kompetenzzentrum.

Einzigartige Personen mit unterschiedlichen Stärken

Bei jeder Person mit Autismus gibt es verschiedene Begabungen und Ausprägungen. „Das Gehirn von Menschen mit Autismus arbeitet anders. Sie nehmen Reize anders auf, sie verarbeiten Reize anders, und sie verarbeiten Informationen anders“, beschreibt Radl Autismus.

Erwachsene und Kinder – wie Niko – lernen im Autismus-Kompetenzzentrum mit fachkundiger Unterstützung das soziale Miteinander. Im Fokus stehen auch wechselseitige Kommunikation und Handlungsplanungen.

„Viele Menschen mit Autismus leben ein gutes Leben“

Äußerlich sieht man Autisten nichts an, und richtig gefördert, finden sie ihren Platz im Leben – sie können etwa im Arbeitsleben besonders mit Pünktlichkeit, systematischem Arbeiten und Zuverlässigkeit
punkten.
Viele Menschen leben mit Autismus ein gutes Leben – haben Familie, haben einen Hund: Das sei ganz normal, so Susanne Radl.
Problematisch werde es dann, „wenn man nicht fördert, wenn man man nicht weiß, wie man umgehen soll, wenn man das Umfeld nicht einbezieht“.

Besonders der Weg zur Diagnose ist schwierig: So haben Forscher in Graz Videos ausgewertet, um Indizien für eine Autismus-Erkrankung zu erhalten. Steht die Diagnose fest, gibt es wenig Hilfe – deshalb bietet die Lebenshilfe in Leibnitz diese überregionale Anlaufstelle für Beratungsgespräche an.