Wohnen fürs Leben - 22 Eigentumswohnungen schaffen in Leibnitz Heimat

Montag, 13.07.2020

Buchstäblich Heimat schafft Partl Bau in Kooperation der Lebenshilfe Leibnitz in der Arnfelserstraße mit der Errichtung von 22 Wohneinheiten.

Der Wohnbau im Kernraum Leibnitz floriert und dementsprechend groß ist auch der Zuzug mit jährlich rund 1200 neuen Gemeindebürgern im Bezirk. Mit einem ganz besonderen Wohnprojekt lässt Partl Bau steiermarkweit aufhorchen. In Kooperation mit der Lebenshilfe Leibnitz wurden 22 Eigentumswohnungen (60 bis 90 m²) geplant, die nicht nur ein Dach über den Kopf geben, sondern unter dem Motto „Wohnen fürs Leben“ echte Heimat schaffen. Baubeginn ist nach fünfjähriger Planungszeit im Frühjahr 2021.

Gemeinsam statt einsam

Früher waren Mehrgenerationenhäuser bei uns selbstverständlich, heute ist die Einsamkeit im Alter größer denn je. „Mit diesem Musterprojekt wollen wir die Generationen, vom Kind bis zu den Großeltern, wieder zusammenbringen und Menschen mit besonderen Bedürfnissen Heimat geben“, betonen Baumeister Markus Suppan und Planungsleiter Michael Weiss. Dass der Bau barrierefrei ist, ist für die Bauherren in diesem Fall selbstverständlich. Partl Bau geht einen Schritt weiter und hat bei der Planung die Lebenshilfe Leibnitz als langjährigen Kooperationsbetrieb mit ins Boot geholt, um allen Ansprüchen gerecht zu werden.
„Menschen mit einer Behinderung sind Experten eigener Sache und wissen ganz genau, was entscheidend ist, wenn es darum geht, mit einer Wohnung echte Heimat zu schaffen. Dieser Wert ist in den letzten 20 Jahren oft verloren gegangen. Viele Wohnungen werden oft nur aus dem Boden herausgeschossen, ohne daran zu denken, dass Menschen dort alt werden können“, bringt es Lebenshilfe-Geschäftsführer Manfred Pracher auf den Punkt. Eine Wohnung dürfe nicht dem Wegwerftrend entsprechen.
„Unser Ziel ist es, in der Stadt Leibnitz beratend zur Seite zu stehen, wobei es in erster Linie nicht nur um Behinderung geht, sondern generell um Wohnen im Alter. Ein Mensch mit einer Sehbehinderung oder Hörbehinderung braucht andere Gegebenheiten wie ein Rollstuhlfahrer oder eine Mutter mit einem Kinderwagen. Dabei geht es oft nur um Kleinigkeiten wie die Höhe von Lichtschaltern oder um eine Funkglocke im WC einer Arztpraxis“, weiß Pracher aus langjähriger Erfahrung.

Inklusives Wohnen

Die Lebenshilfe feiert heuer bereits das 40 Jahr Jubiläum und inklusives Wohnen ist aktueller denn je. „Wir sind sehr froh, dass unsere Experten beim geplanten Mehrgenerationenhaus von Partl Bau miteinbezogen wurden“, betont Pracher. „Wir haben von Beginn an Hand in Hand zusammengearbeitet. So können alle Wohneinheiten in der Arnfelserstraße im Bedarfsfall barrierefrei miteinander kombiniert werden. Auch alle Balkone weisen eine Ebene auf“, erläutert Baumeister Markus Suppan und fügt hinzu: „So machen wir es möglich, dass selbst das Penthouse mit einer Wohnung im Erdgeschoss kombiniert werden kann, wenn beispielsweise die Eltern mit ihren Kindern bis ins hohe Alter gemeinsam unter einem Dach, aber dennoch selbstständig, wohnen wollen. So können die Synergien der Generationen optimal genutzt werden.“

Artikel WOCHE Leibnitz, 9. Juli 2020